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Projektbüro "Stadt der Freiheitsrechte"
Grimmelhaus
Ulmer Straße 19
87700 Memmingen

+49 (0)8331 850-478
stadt-der-freiheitsrechte(at)memmingen.de

Historie

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Freitag
01
Mär
Wettbewerb - „Memmingen – Meine Stadt der Freiheitsrechte“

Der Fotoclub Memmingen feiert sein 40-jähriges Bestehen und veranstaltet in diesem Rahmen einen Foto-Wettbewerb unter dem Motto „Memmingen – Meine Stadt der Freiheitsrechte“.

Freitag
01
Mär
Mitmach-Aktion - „Farben der Freiheit“

Die Tourist Information bietet die Aktion „Farben der Freiheit“ an. Alle Besucher:innen und Bürger:innen haben die Möglichkeit, sich vor Ort, ein buntes Post-it auszuwählen und ihre ganz persönliche Botschaft zur Bedeutung von Freiheit darauf zu notieren.

Die Bauernrevolution – Historie

Ein Blick auf unruhige, aber zukunftsträchtige Zeiten

Die Bauernrevolution, auch Bauernkriege genannt, bestand aus mehreren Erhebungen und Ereignissen.
 

Wer war dabei

Sie ging vom so genannten „Gemeinen Mann“ aus. Der „Gemeine Mann“ waren alle Menschen, die nicht dem Adel oder den Patriziern (=reichere Kaufleute) angehörten, und sich auch nicht als Priester, Mönche oder Nonnen der Kirche geweiht hatten – wobei der eine oder andere wandernde Mönch sicherlich auch als Revolutionär dabei war.
Der Großteil der Aufständischen waren Bauern, manchmal Bäuerinnen, auch Bedienstete, Handwerker, Tagelöhner oder Fahrendes Volk. Sie machten ca. 80% der Bevölkerung aus und hatten die Last zu tragen, über ihre Abgaben an die Obrigkeit – Geld und Naturalien – die anderen zu versorgen. Sie hatten aber keine politischen oder sozialen Rechte, außer dass sie von ihren Herren geschützt werden mussten.

Wie war das Leben damals

Ihr Leben war von Armut und schwerer Arbeit geprägt, und oft vom Gefühl, den Mächtigen ausgeliefert zu sein. Die Aussicht auf ein besseres Leben in der „Ewigkeit“ nach dem Tod, war für viele eine wichtige Stütze. Sie versuchten so zu leben, dass ihnen das Paradies offen stand. Die Sorge um ihr Seelenheil war wichtig. Dazu brauchten sie auch fähige und engagierte Priester. Sie sollten die Sakramente korrekt spenden und die Gemeinde gut versorgen.

Was die Not verschlimmerte

Zu dieser Zeit waren vielfach Pestwellen über das Land gegangen und hatten die ärmere Bevölkerung stark geschwächt. Es waren weniger Menschen da, die für die gleichbleibend hohen Steuern und Abgaben arbeiten konnten. Als noch eine klimatische Verschlechterung eintrat, nach der Missernten und Hunger folgten, war die Not unter dem „Gemeinen Mann“ sehr groß.

Neue Welten und Ideen

Um 1500 befand sich das alte Europa gleichzeitig in großem Aufruhr. 1492 war neues Land entdeckt worden (Kolumbus erreichte Amerika), und die europäischen Länder eroberten die Weltmeere zu Handelszwecken. Als neue Mächte rüttelten sie auch am alten System, dass der Papst der mächtigste Mann der Welt sei.
Die Reformatoren, allen voran Martin Luther, bezweifelten, dass Kirche ohne päpstliche Mittlerfunktion nicht möglich sei. Jede:r sollte die Bibel lesen können, jede:r sollte Christus aus freiem Willen folgen. Ohne, dass er sich aus Angst vor dem Fegefeuer leiten ließe oder einen Ablass dafür kaufen sollte. Es zeigte sich insgesamt, dass nichts so fest in Stein gemeißelt war, wie es lange ausgesehen hatte. Eine neue Zeit begann.

Die Freiheitsidee verbreitet sich

Die ärmeren Menschen sahen, dass sich der Lauf der Welt ändern lässt. Sie begannen sich darüber auszutauschen, warum sie nicht auch selbst bessere Lebensbedingungen haben sollten. Hatte nicht auch Luther davon geschrieben, dass die christlichen Menschen frei sein sollten? Menschen mit Rechten?

Mithilfe des neuen Buchdrucks konnte man auf Flugschriften auch nachlesen und weitererzählen, über welche Ideen gerade unter den Gelehrten gestritten wurde. So überlegten in den Jahren 1524 und 1525 in ganz Europa die Menschen konkret, ob sie sich gegen „die Herren“ auflehnen und mehr eigene Rechte durchsetzen sollten. Sie diskutierten und schrieben Forderungen auf. Manchmal griffen sie auch zu den Waffen, und gingen gewaltsam gegen Adel und Kirche vor.

Was geschah in Memmingen

Nicht nur bestimmt werden, sondern mit den anderen mitbestimmen! Die in Memmingen versammelten Männer aus dem süddeutschen Raum schrieben zusammen mit Sebastian Lotzer ihr Forderungen sehr konkret und prägnant auf. Genauso wichtig wie ihre „Zwölf Artikel“ war, dass sie sich zu einer christlichen Einung zusammenschlossen. Wie ein Parlament wollten sie aus ihrer Mitte heraus Entscheidungen treffen und für Viele einfordern.

Die „Zwölf Artikel“ waren die kluge und perfekt ausgearbeitete Version ihrer Forderungen. Außerdem entschlossen sie sich in Memmingen, zunächst keine Gewalt anwenden zu wollen, sondern mit ihren adeligen Herren zu verhandeln. Das war revolutionär!


In diese Situation tauchen wir mit der Stadt der Freiheitsrechte heute ein. In der Zeitleiste haben wir alle wichtigen Daten zusammengetragen.

Die „Zwölf Artikel“ in ihrer Zeit – das geschah damals, davor und danach:

Erfahren Sie noch mehr beim Stadtarchiv Memmingen